Vier Gründe, den „Lobgesang“ an diesem Nachmittag in Chemnitz erklingen zu lassen, wurden bei der Begrüßung der Konzertgäste genannt:
- Chemnitz ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt.
- Am Sonntag begehen wir das Erntedankfest.
- Der Zentralchor Sachsen/Thüringen der Neuapostolischen Kirche feiert in diesem Jahr sein 45jähriges Bestehen.
- Wir erinnern an die Deutsche Wiedervereinigung vor 35 Jahren.
Das Ergebnis war eine großartige Feierstimmung, ein Klangerlebnis, das das Loben Gottes im großen Kirchensaal spürbar werden ließ, aber es auch gen Himmel schickte.
Felix Mendelssohn Bartholdys „Symphonie-Kantate nach Worten der Heiligen Schrift“ entstand im Jahre 1840 und erhielt den Titel „Lobgesang“. Der Anlass: Der Rat der Stadt Leipzig hatte beschlossen, die 400jährige Wiederkehr der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg in der Stadt der Drucker und Verleger gebührend zu feiern. Er beauftragte seinen Gewandhauskapellmeister mit einer entsprechend festlichen Komposition. Die Uraufführung des „Lobgesang“ fand am 25. Juni 1840 in der Leipziger Thomaskirche statt.
Dem großen Kantaten-Teil mit Solisten, Chor und Orchester sind drei Sätze vorangestellt, die dem Orchester vorbehalten sind. Schon hier zeigte sich das Ergebnis der ausgezeichneten Probenarbeit vom Dirigenten des Konzertes, Professor Georg Christoph Sandmann. Das Orchester überzeugte mit Klang, Präzision und Spielfreude. Und dann kam der festlich klingende Chor dazu, der nun im gesungenen Wort Gott und seine Schöpfung lobte und pries. Die Solisten, Leevke Hambach (Sopran) und André Gass (Tenor) veredelten mit ihren klaren und ausdrucksvollen Stimmen die gelungene Aufführung der Symphonie-Kantate. Im sehr bekannten Duett „Ich harrete des Herrn“ gesellte sich Monika Seydel aus dem Chor-Sopran dazu, und berührte zusammen mit Leevke Hambach die Herzen der Zuhörer.
Als der wahre Lobgesang „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ das letzte Mal in den Raum musiziert wurde, spürte man noch einmal, wie vom Glauben überzeugte Sänger und Musiker dieses Lob aus tiefstem Herzen ihrem Gott entgegenbrachten. Nach dem Schlussakkord füllte sich die Kirche abermals mit spürbaren Schwingungen – diesmal nicht durch Musik, sondern durch tosenden Applaus.
Ein Tag, ein Anlass, an dem es sich lohnte, nach Chemnitz in die Neuapostolische Kirche zu fahren. Einen Glückwunsch und ein herzliches DANKE an alle Mitwirkenden des Konzertnachmittags.
Neuapostolische Kirche